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Gustav Klimt: Leben und Werk des Wiener JahrhundertmalersGustav Klimt wurde am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien als zweites von sieben Kindern geboren. Sein Vater war Goldgraveur – ein Handwerk, dessen Materialsinn den späteren Maler prägen sollte. Schon früh zeigte sich Klimts außergewöhnliches Talent, und mit vierzehn Jahren erhielt er ein Stipendium für die Kunstgewerbeschule in Wien. Vom Historienmaler zum RevolutionärIn seinen frühen Jahren arbeitete Klimt gemeinsam mit seinem Bruder Ernst und dem Kollegen Franz Matsch an großen dekorativen Aufträgen. Die drei jungen Künstler schmückten Theater, Villen und öffentliche Gebäude im akademischen Stil ihrer Zeit. Der wohl bekannteste dieser Aufträge war die Ausmalung des Treppenhauses des Kunsthistorischen Museums in Wien. Doch Klimt gab sich mit den Konventionen nicht zufrieden. Um die Jahrhundertwende löste er sich vom historistischen Erbe und suchte eine radikal neue Bildsprache. 1897 gehörte er zu den Gründern der Wiener Secession, jener Bewegung, die sich vom Establishment des Künstlerhauses abwandte. Die goldene PeriodeZwischen 1899 und 1910 entstand jene Werkgruppe, die Klimts Ruhm bis heute begründet. In Werken wie „Der Kuss“ oder dem Bildnis der Adele Bloch-Bauer verwendete er echtes Blattgold und schuf so schimmernde Flächen von ornamentaler Dichte. Das Erbe der väterlichen Goldschmiedekunst verband sich hier mit byzantinischen Mosaiken, die Klimt auf Reisen nach Ravenna bewunderte. Charakteristisch für diese Phase ist die Spannung zwischen flächigem Ornament und naturalistisch gemalten Körperpartien. Gesichter und Hände treten aus einem Meer aus Mustern hervor – ein Wechselspiel, das seinen Bildern etwas Traumhaftes und zugleich Erotisches verleiht. Ein umstrittener MeisterKlimts Kunst war zu Lebzeiten heftig umstritten. Seine Fakultätsbilder für die Universität Wien lösten einen Skandal aus; Kritiker warfen ihm Pornografie und „perverse Übertreibung“ vor. Klimt zog die Arbeiten schließlich zurück und zahlte das Honorar zurück – eine Geste der künstlerischen Unabhängigkeit. Am 6. Februar 1918 starb Gustav Klimt in Wien an den Folgen eines Schlaganfalls. Er hinterließ ein Werk, das die Kunst der Moderne nachhaltig prägte und bis heute Millionen Menschen fasziniert. Der Film „Klimt“ von Raoúl Ruiz widmet sich genau diesem widersprüchlichen, sinnlichen und visionären Künstler. |
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