|
||
![]() |
||
Raoúl Ruiz verfilmt Klimt: ein Fiebertraum in BildernDer chilenisch-französische Regisseur Raoúl Ruiz (1941–2011) galt als einer der eigenwilligsten Filmemacher des europäischen Autorenkinos. Mit „Klimt“ (2006) wagte er sich an das Leben des Wiener Malers – doch das Ergebnis ist alles andere als eine konventionelle Künstlerbiografie. Kein Biopic, sondern ein ReigenRuiz interessierte sich weniger für die lückenlose Chronologie eines Lebens als für die Atmosphäre einer Epoche. Sein Film ist als Fiebertraum angelegt: Am Totenbett lässt der sterbende Klimt sein Leben Revue passieren. Begegnungen, Frauen, Förderer und Feinde tauchen auf und verschwinden wie in einem Vexierspiel aus Erinnerung und Einbildung. Diese verschachtelte Erzählweise ist typisch für Ruiz, der die lineare Handlung stets misstrauisch betrachtete. Spiegel, Doppelgänger und Bilder im Bild prägen die visuelle Sprache des Films und spiegeln so die Grenzverwischung von Kunst und Leben, die auch Klimts Malerei kennzeichnete. Eine internationale Produktion„Klimt“ entstand als österreichisch-französisch-deutsch-britische Koproduktion, unter anderem der Epo-Film und des Filmladen. Produzent Dieter Pochlatko trieb das ambitionierte Projekt voran, das mit John Malkovich in der Titelrolle international Beachtung fand. Der Film teilte die Kritik: Während die einen die opulente Bildgestaltung und die intellektuelle Verspieltheit priesen, vermissten andere eine klare erzählerische Linie. Gerade diese Uneindeutigkeit aber macht „Klimt“ zu einem Werk, das – wie die Gemälde seines Protagonisten – den Betrachter herausfordert. |
||