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Wien um 1900: Kunst und Leben im Fin de SiècleUm 1900 war Wien eine der aufregendsten Städte Europas. Als Hauptstadt der Habsburgermonarchie vereinte sie Völker, Sprachen und Ideen – und wurde zum Nährboden einer beispiellosen kulturellen Blüte. Diese Epoche, das „Fin de Siècle“, bildet den Hintergrund für Gustav Klimts Kunst und für Raoúl Ruiz’ Film. Eine Stadt im UmbruchDie prächtige Ringstraße war noch nicht lange vollendet, als sich in Wien eine neue Generation von Denkern und Künstlern zu Wort meldete. In den Kaffeehäusern diskutierten Schriftsteller, Musiker und Wissenschaftler über die Zukunft der Kunst – und über das Wesen der menschlichen Seele. Sigmund Freud entwickelte hier seine Psychoanalyse, Gustav Mahler revolutionierte die Musik, und Autoren wie Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal erkundeten das Innenleben ihrer Zeitgenossen. Wien war ein Laboratorium der Moderne. Glanz und WiderspruchDoch hinter dem Glanz lag ein tiefer Widerspruch. Die alte Ordnung des Kaiserreichs bestand fort, während die Künstler bereits nach neuen Ausdrucksformen suchten. Diese Spannung zwischen Tradition und Aufbruch spiegelt sich in Klimts Werken ebenso wie in der Architektur Otto Wagners oder den Entwürfen der Wiener Werkstätte. Die Weltausstellung von Paris im Jahr 1900, mit der Ruiz’ Film beginnt, markierte einen Höhepunkt dieser Epoche. Wenige Jahre später sollte der Erste Weltkrieg diese Welt für immer zerstören. Umso kostbarer erscheint uns heute das schillernde Erbe des Wiener Fin de Siècle. |
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